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Hallo liebes Berlin,
auch dieses Jahr werden in Berlin – diesmal mit 2 Wochen doppelt solange – Freiraumaktionstage stattfinden. Worum geht es denen, die dort für Freiräume kämpfen wollen – und was ist eigentlich ein Freiraum?
Die von Medien und Politik produzierte Wirklichkeit machte letztes Jahr vor allem Chaot_innen und Brandstifter_innen aus denen, die für eine andere – eine lebenswertere – Stadt kämpften. Bewußt fand eine Auseinandersetzung mit der politischen Argumentation all jener, die auf ein Leben in kapitalistischen Gesellschaftsstrukturen keine Lust haben, nicht statt. Wieso denn auch – ist ja alles schön demokratisch und toll frei hier.
Geht es also bloß um ganz egoistische Ziele – ein Haus für die Szene, in dem wir billig wohnen und in nicht-kommerziellen Kneipen oder Clubs das richtige Leben im Falschen konsumieren können?
Politik statt Subkultur!
Der Kampf um Freiräume ist für uns ganz explizit nicht nur ein Kampf um Rückzugsorte neben den bestehenden gesellschaftlichen Strukturen. Zwar bieten solche Rückzugsräume – zumindest dem Ideal nach – all jenen, die im gesellschaftlichen Normalzustand von Sexismus, Rassismus oder anderen Herrschaftsverhältnissen unterdrückt sind, die Möglichkeit sich zumindest temporär ein wenig freier von den üblichen Zwängen zu bewegen. Die Herrschaft und Unterdrückung im Alltag der Menschen jedoch bleibt weitestgehend un-
angetastet. Deswegen besteht darüber hinaus die Notwendigkeit von Freiräumen, die zu Begegnungsräumen dieser Stadt werden. Der in kapitalistischen Gesellschaften erzeugten Vereinzelung – sei es in Mietwohnungen, bei der Arbeit oder in der konsumgerechten Freizeit – wollen wir etwas entgegensetzen. Freiräume sind Orte, an denen wir uns begegnen und austauschen können. Ein Raum, in dem wir gemeinsam wieder Subjekte unseres Lebens werden und nicht bloß Objekte einer uns verwaltenden Welt bleiben. Freiräume also, die
Kommunikations- und Handlungsräume eröffnen wider einer Wirklichkeit, die totaldemokratisch unsere Unfreiheit reguliert.
Lebensträume statt Verwertungsräume!
Wir wünschen uns eine Stadt, in der die Menschen die dort wohnen sich selbst gemeinsam über die Bedingungen ihres Lebens verständigen. Eine Stadt, die den zur Verfügung stehenden Raum all denen zur Verfügung stellt, die dort ihre Träume und Wünsche verwirkli-chen wollen – und zwar jenseits jeglicher Verwertungslogik. Eine Stadt, in der vor rassistischer Gewalt Geflohene nicht mit Verweis auf die Sachzwänge zurück in die Verfolgung geschickt werden, während massenhaft Leerstand zum Zwecke des Profits verwaltet wird.
Eine Stadt, die den Lebensträumen ihrer Bewohner_innen auch endlich den Raum zur Verfügung stellt, in dem diese gelebt werden können.
Träume brauchen Freiräume!
Da uns diese Stadt nicht gegeben wird, wenn wir einfach danach fragen, werden wir auch diese Aktionswochen wieder alles dafür tun, in dieser Stadt ein bißchen mehr Freiraum und ein bißchen weniger gesellschaftliche Zwänge zu erkämpfen. Wir werden dies so vielfältig tun wie letztes Jahr – bunt und tanzend, schwarz und zündelnd. Wir haben nur dieses eine Leben, und für das werden wir kämpfen.
Für die Freiheit – für das Leben!
Der schwarze Block
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