PM der Spreepirat_innen

Steigende Mieten, Verdrängung, Stadtumstrukturierung in der berliner Innenstadt stoppen! – Fahrraddemo Freitag, 12.06.09

Pressemitteilung

Die Senatorin für Stadtentwicklung, Runge-Reyer, wiegelt ab: der neue Mietspiegel habe doch gezeigt, dass die Mietentwicklung in Berlin unproblematisch sei. Was Junge-Reyer verschweigt, was von Mieter_innen-Organisation beklagt wird und was etwa die jüngsten Studien für Kreuzberg (Topos) und Friedrichshain (Asum) gezeigt haben: die Mietentwicklung in den Innenstadtbezirken mit Altbaubestand ist dramatisch, eine großflächige Verdrängung von Menschen mit geringen Einkommen hat schon stattgefunden oder findet gerade statt.

„Wenn die derzeitige Entwicklung sich nur noch einige Jahre so fortsetzt, wird die Spaltung der Stadt endgültig Realität sein“, so Jana Runge von der AG Spreepirat_innen. „Schon heute ist es für Menschen mit geringen Einkommen fast unmöglich, eine innenstadtnahe Wohnung zu finden“. Deutlich wird dies etwa in Kreuzberg, wo bei Neuvermietungen die Miete derzeit bereits 30 Prozent höher liegt als die durchschnittliche Miete der Menschen, die hier schon wohnen. Und in bestimmten Bereichen Kreuzbergs, wie etwa dem Reichenberger Kiez, verdienen derzeit neu in den Kiez ziehende Menschen durchschnittlich 50 Prozent mehr als die Menschen, die hier schon leben.

Die Fahrraddemo gegen steigende Mieten und Verdrängung am kommenden Freitag kommt also nicht zum falschen, sondern genau zum richtigen Zeitpunkt. Aus dem Aufruf:

„Damit wir nicht unter die Räder kommen…
Fahrraddemo gegen Gentrifizierung, steigende Mieten, Verdrängung von alternativen Projekten, Media-Spree und die ganze blöde Stadtumstrukturierung Freitag, 12.06.09 16 Uhr Kottbusser Brücke (Kreuzberg/Neukölln)

Die Mieten explodieren in der berliner Innenstadt, Menschen mit geringen Einkommen werden verdrängt. Alternative, nichtkommerzielle Projekte sind vielfältig bedroht. Wollen wir das einfach so hinnehmen? Nee!
Deswegen kommt zahlreich zur Fahrraddemo gegen Gentrifizierung, steigende Mieten, Verdrängung von alternativen Projekten, Media-Spree und die ganze blöde Stadtumstrukturierung. Die Demo beginnt an der Kottbusser Brücke (5 Minuten vom Kottbusser Tor Richtung Neukölln) und führt durch die besonders stark betroffenen Bezirke Kreuzberg, Mitte, Friedrichshain, Treptow und Neukölln. Auf der Strecke liegen dabei akut bedrohte Projekte wie der Wagenplatz „Schwarzer Kanal“ und der „RAW-Tempel“ genauso wie kommerzielle Luxus-Neubauprojekte wie das Mode-Zentrum „Labels 2″ am Spreeufer und die „CarLofts“ in der Reichenberger Straße. Sagt auch Euren Freund_innen Bescheid, bringt Fahnen, Schilder, Wut und Freude mit!
Mehr Infos auf: www.kreuzberg-info.de/pirati und http://actiondays.blogsport.de.
Eine Veranstaltung von MediaSpree versenken! – AG Spreepirat_innen im Rahmen der
Aktionswochen gegen Gentrifizierung 2009.“

Jana Runge von der AG Spreepirat_innen:“Wir hoffen auf eine rege Teilnahme – fast jeder der Menschen in Kreuzberg, Friedrichshain, Treptow und Neukölln, die die Flyer zu Demo in die Hand kriegen, weiss eine persönliche Geschichte aus dem Bekanntenkreis über die oft schon unbezahlbaren Mieten zu erzählen. Und wir hoffen natürlich, dass die Demo nur ein Puzzlestein in einer Reihe von massiven Protesten gegen die steigenden Mieten sind. Wir hoffen, dass eines nicht so fernen Tages die Mieterinnen und Mieter die sogenannten „Hausbesitzer_innen“ enteignen, um in Zukunft ihre Häuser selbst zu verwalten. Jeder Cent, der als Miete aufgebracht werden muß und als Profit in die Taschen der Hausbesitzer_innen und Immobilienkonzerne fließt, ist ein Cent zuviel!“.

Die Polizei hat übrigens bereits durchklingen lassen, dass mit einem Teilverbot der Strecke gerechnet werden muß – anscheinend soll es der Demo nicht gestattet werden, auch nur in die Nähe der sogenannten „CarLofts“ zu gelangen. Für Jana Runge ist das nicht zu akzeptieren: „Die CarLofts in der Reichenberger Str., Luxuswohnungen mit eigenem Auto-Aufzug und unter dem Motto „Luxus, Komfort und Sicherheit“ für bis zu 1,5 Millionen Euro zu kaufen, stehen exemplarisch für eine Entwicklung, bei der Menschen mit geringen Einkommen aus der berliner Innenstadt verdrängt werden, während einige wenige sich krassen Luxus leisten können. Wir wollen und werden direkt vor den CarLofts demonstrieren, und gehen erstmal davon aus, dass sich die Polizei mit ihrem Verbotswahn nicht durchsetzen wird.“

Weitere Informationen finden Sie auf unserer Internetseite:
www.kreuzberg-info.de/pirati. Sie können uns auch gerne eine kurze E-Mail schicken, wir rufen Sie zurück.

AG Spreepirat_innen beim Initiativkreis „MediaSpree versenken!“